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Wracktauchen

Versunkene Schiffe auf dem Meeresgrund verbergen so manche Geheimnisse von einiger Bedeutung. Sie stellen eine für viele Taucher eine Herausforderung dar, die gern mehr über das Schiff erfahren wollen. Trotzdem werden nicht immer Antworten auf alle Fragen gefunden, aber wenigstens haben die Taucher eine Herausforderung angenommen und ihre Fähigkeiten beim Wracktauchen bewiesen. Immerhin sieht das Wracktauchen zwar einfach aus, ist es aber nicht.

Die meisten Schiffswracks sind berühmte Sehenswürdigkeiten für Fischer geworden, daher stellen Netze ein großes Hindernis für Wracktaucher dar. Auch diese Art des Tauchens erfordert ein spezielles Training, ohne das die Taucher nicht auf dieses Abenteuer gehen sollten. Die gute Nachricht lautet allerdings, dass diese Vorbereitung nur aus vier Tauchgängen besteht. Es gibt also wirklich keinen Grund, diesen Schritt zu überspringen.

Neugier ist wahrscheinlich die größte Antriebsfeder, die das Wracktauchen so beliebt macht. Die meisten Wracks (oder ihr Untergang) haben in der Regel eine spannende Geschichte, die sie für Taucher interessant macht. Einige Taucher bestaunen die Maschinen und Teile des Wracks, während andere mehr Freude an der Unterwasserwelt haben, die sich in und auf den Wracks entwickelt, da sie künstliche Riffe und damit Lebensraum für viele Arten bilden. Heutzutage werden sogar bewusst Schiffe versenkt, die nicht mehr in Gebrauch sind, um diese künstlichen Riffe zu erschaffen. Obwohl das Wracktauchen in erster Linie mit versunkenen Schiffen verbunden wird, handelt es sich bei den Wracks manchmal auch um abgestürzte Flugzeuge.

Schiffswracks und ihre Erkundung haben zu einem neuen Zweig innerhalb der Archäologie geführt, dessen Hauptinteresse eben genau jenen Wracks gilt. Er untersucht die Veränderungen, die solche Objekte durchlaufen: von Menschen erbaut und von menschlicher Arbeitskraft betrieben, den Elementen der Natur ausgesetzt und verändert, speziell jenen der Ökosysteme unter Wasser. Taucher, die diese Veränderungen beachten und gegebenenfalls untersuchen, sind Taucher und Archäologen zugleich und kombinieren Fähigkeiten aus beiden Bereichen.

Wracktauchen kann in drei Kategorien eingeteilt werden.

  1. Das Tauchen ohne Eindringen ist die erste und einfachste, da die Taucher einfach um das Wrack herumschwimmen, ohne in das Schiff selbst vorzudringen.
  2. Das Tauchen mit eingeschränktem Eindringen ist etwas härter. Dabei wagen sich die Taucher in die so genannte „Lichtzone“ des Schiffs vor. Währenddessen können sie stets den Ausgang und Fremdlicht von außen sehen.
  3. Das komplette Eindringen in das Wrack ist am schwersten und birgt die größten Risiken. Taucher, die hinter die „Lichtzone“ schwimmen, können sich leicht verirren (und dabei zu viel Gas verlieren, bevor sie den Ausgang wieder erreichen). Deshalb wird so viel Wert auf gutes und ausreichendes Training gelegt.

Normalerweise bleiben Freizeittaucher in der „Lichtzone“, während Berufstaucher darüber hinausgehen. Amateurwracktaucher sollten sich auch bewusst sein, dass einige Schiffe über große historische Bedeutung verfügen und es gar nicht gestattet ist, sie zu erkunden. Ein wichtiger Punkt während des Trainings besteht deshalb in der Aufklärung über Gesetze, die es beim Wracktauchen zu beachten gilt.

Wracktauchen ist dem Höhlentauchen sehr ähnlich, da beide Unternehmungen im Voraus sehr genau geplant werden müssen. Genau wie beim Höhlentauchen verwenden auch Wracktaucher eine Rettungsleine, so dass sie leichter den Ausgang wiederfinden. Gesunkene Schiffe können sich nämlich als tödliches Labyrinth herausstellen, selbst wenn der Taucher über gute Lichter verfügt. Die Anzahl der Tauchleuchten ist beim Wracktauchen dieselbe wie beim Höhlentauchen, nämlich 3. Und auch Wracktaucher sollten der goldenen Drittel-Regel (ein Drittel Gas hinab, zwei Drittel hinauf) folgen.

Einer der spannendsten Abschnitte der Vorplanung besteht beim Wracktauchen sicherlich im Aufspüren eines Wracks. Üblicherweise werden dafür Plätze ausgesucht, die von größerer historischer Bedeutung sind.

Aruba

Während Touristen diese Insel vor allem wegen ihrer Sandstrände lieben, ist sie bei Tauchern wegen der zahlreichen Wracks bekannt, die hier zu finden sind. Am interessantesten ist wohl die „Antilla“, ein deutsches Versorgungsschiff, das von seiner Mannschaft absichtlich versenkt wurde, damit es nicht in niederländische Hände fällt.

Bahamas

Da das berühmt-berüchtigte Bermuda-Dreieck in der Nähe liegt, ist es nicht verwunderlich, wenn die Bahamas als beliebtes Ziel für die meisten Wracktaucher gilt. Die vielen Wracks in dieser Gegend befriedigen wirklich jeden Tauchgeschmack. Ganz gleich ob der Taucher nun eher ein älteres Wrack oder ein moderneres sucht.

Hawaii

„YO-257“, das berühmteste Schiffswrack Hawaiis, wurde ebenfalls absichtlich versenkt und ist heute ein interessanter Anblick für die Passagiere der Touristenboote, die daran vorbeifahren. Darüber hinaus hat Hawaii noch viele andere Schiffswracks zu bieten, die ihren Weg auf den Boden des Ozeans auf ganz altmodische Art und Weise gefunden zu haben.

Florida

In Florida liegt eines jener „verbotenen“ Schiffswracks, die für Taucher tabu sind. Die „Nuestra Señora de Atocha“ ist ein spanisches Schiff aus dem 17. Jahrhundert, das in der Nähe von Florida mit einer sehr wertvollen Fracht gesunken ist. Aber es gibt noch viele andere interessante Wracks, die Taucher erkunden können.

North Carolina

Mit einer erstaunlichen Anzahl von 2.000 Schiffswracks ist North Carolina wahrscheinlich eines der beliebtesten Ziele aller Wracktaucher. Viele dieser Wracks sind von großer historischer Bedeutung, aber es gibt auch eine beträchtliche Anzahl, die von Tauchern erkundet werden darf. Allerdings sollten sie dabei vorsichtig sein, da in der Nähe der Wracks oft Tigerhaie gesichtet werden.

Diese Liste könnte noch sehr viel länger sein, denn Wracks sind in fast jedem Teil der Welt zu finden. Diese einzigartigen künstlichen Riffe werden jeden Taucher begeistern, unabhängig davon, was seine Gründe für deren Erkundung ist.

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