Tauchrekorde

Während viele Menschen das Tauchen als spannende Freizeitbeschäftigung auffassen, gibt es einige Taucher, die sich der Sache viel ernster widmen. Auch wenn Tauchen ein Freizeitsport ist, betrachten es manche erfahrene Taucher als Herausforderung und wollen der Beste in ihrer Kategorie werden. Leute, die glauben, dass Taucher nur zum Spaß unter Wasser gehen, werden überrascht sein zu erfahren, an welche Grenzen Taucher gehen und welche Weltrekorde sie aufstellen. In der Regel versuchen Taucher dabei, eine größere Tiefe zu erreichen, manchmal geht es aber auch um die Zeit, die sie im Wasser verbringen. Was auch immer ihr Ziel sein mag, die folgenden Rekorde erfordern ein außergewöhnliches Maß an körperlichen und geistigen Fähigkeiten, um sie zu erreichen.

Sophia Ponce, eine 22-jährige Frau aus Mexiko, hält den Weltrekord für den tiefsten Tauchgang, der je von einer Frau in Salzwasser durchgeführt wurde. Am 20. April gelang es ihr, eine Tiefe von unglaublichen 190 Metern zu erreichen. Selbstverständlich ist diese Tiefe auch der nationale Rekord in Mexiko. Verna van Schaik hat im Gegenzug dazu den Weltrekord für den tiefsten Tauchgang in Süßwasser gesetzt, mit einer Tiefe von 221 Metern im Jahr 1994. Den bisherigen Weltrekord für das Tauchen mit Geräten, der von Guinness verifiziert wurde, hält Nuno Gomes, ein 52-jähriger Ingenieur, der ihn im Jahr 2005 erreichte. Er gelangte zu einer Tiefe von 318,25 Metern. Sein Tauchgang dauerte erstaunliche 12 Stunden und 20 Minuten. Doch nur wenige Wochen später erklärte Pascal Bernabe, dass er eine Tiefe von 330 Metern erreicht hätte. Allerdings wurde dies nicht überprüft. Der Rekord wurde im Jahr 2014 von Ahmed Gabr gebrochen, einem ägyptischen Taucher, der in eine Tiefe von 1.090 Metern vordrang. Gabr hatte 4 Jahre mit der Vorbereitung verbracht und für diesen Tauchgang trainiert. Sein Aufwand hat sich ausgezahlt. Die Geschichte von Dave Shaw, dem Mann, der mit einem CCR den Weltrekord für den tiefsten Tauchgang aufstellte, ist allerdings eine tragische. Er erlangte diesen Weltrekord am 28. Oktober 2004 und entdeckte dabei den Körper eines südafrikanischen Tauchers, der seit zehn Jahren verschollen war. Am 8. Januar 2005 stieg Shaw ein weiteres Mal am selben Ort hinab und versuchte, den Körper des auf tragische Weise verstorbenen Tauchers an die Oberfläche zu holen. Es war sein letzter Tauchgang, da er bei dem Bergungsversuch selbst ums Leben kam.

Taucher versuchen jedoch nicht nur, extreme Tiefen zu erreichen, sondern auch, lange Zeiten unter Wasser zu bleiben. Der längste Tauchgang in Salzwasser dauerte 82,5 Stunden. Dieser Tauchgang fand im uShaka-Marine-World-Aquarium in Südafrika statt und wurde von Johan Beukes im Dezember 2004 durchgeführt. Er hatte bereits eine lange Tauchkarriere hinter sich, weshalb es nicht so schwer fällt, sich vorzustellen, wie er es geschafft hat, diesen Rekord zu erreichen. Schließlich begann er mit dem Tauchen bereits im Jahr 1984. Bis 2004 hatte er also 20 Jahre Erfahrung und Training hinter sich.

Tiefen, die Freitaucher erreichen, scheinen im Vergleich dazu eher klein, aber es sollte berücksichtigt werden, dass sie diese Tiefen ohne Atemschutzgerät und nur mit einem einzigen Atemzug bewältigen. Die größte Tiefe eines Freitauchers ist daher trotzdem spektakulär und steht in keinster Weise hinter anderen Weltrekorden zurück. Herbert Nitsch aus Österreich brach den bisherigen Rekord, indem er 29 Meter tiefer tauchte und eine Gesamttiefe von 214 Metern erreichte. Dieser Tauchgang wurde von fünf Tauchcomputern (2 davon brachen) überwacht.

Da Schiffbrüche die Menschen schon immer fasziniert haben, ist es nur logisch, dass es dafür eine eigene Kategorie gibt, nämlich die für das tiefste Wracktauchen. Leigh Cunningham und Mark Andrews, technische Taucher aus Großbritannien, untersuchten die MV Jolanda in einer Tiefe von 205 Metern für 6 Minuten. Der Tauchgang dauerte insgesamt jedoch 3 Stunden und 40 Minuten. Obwohl diese beiden Männer die Rekordhalter sind, half ein 12-köpfiges Team, um sicherzustellen, dass alles reibungslos verläuft. Nina Preisner kann stolz darauf sein, den tiefsten Wracktauchweltrekord für Frauen zu halten. Der Rekord wurde am gleichen Ort und am gleichen Wrack aufgestellt wie bei den Herren – auf der Jolanda. Nina gelang es, eine Tiefe von 159,8 Metern zu erreichen und 4 Minuten dort zu verbringen. Auch in diesem Fall dauerte der eigentliche Tauchgang wesentlich länger. Nina benötigte 157 Minuten, um auf- und abzusteigen und das Deck des Wracks zu erkunden. Obwohl der Vorbereitungsprozess dieses Tauchgangs sehr schwierig war und Nina eine Menge Papierkram auszufüllen hatte, gelang es ihr doch, ihn noch erfolgreicher abzuschließen, als sie gehofft hatte. Ihr ursprünglicher Plan sah vor, eine Tiefe von 160 Metern zu erreichen.

Um keinen falschen Eindruck zu erwecken, dass nur einzelne Taucher Rekordhalter sein können: Für Teamtaucher gibt es eigene Kategorien. Derzeit wird der Rekord für den größten Massentauchgang von einem Team von 750 Tauchern aus Thailand gehalten. Davor hielt ihn ein Team von 590 Tauchern aus Australien. Eine interessante Leistung ist auch die des 12-jährigen Charles Jessop. Er ist der jüngste Mensch, der eine Master-Scuba-Diver-Zertifizierung erhalten hat. Charles begann mit dem Tauchen, als er sieben Jahre alt war, und erhielt seine C-Karte im Alter von zehn. Zwei Jahre später bekam er die Master-Zertifizierung. Obwohl er noch sehr jung war, entwickelte er bereits die Fähigkeiten der Älteren.

Auch in diesem Augenblick gibt es viele Taucher, die für Rekorde üben, die noch größer sind als die hier erwähnten. Allerdings ist es wichtig, sich selbst und die eigenen Fähigkeiten nicht zu überschätzen, da es sehr gefährlich sein kann. Beim Versuch, einen Weltrekord zu brechen, sind schon manche Taucher ums Leben gekommen.