Tauschule finden — schnell, einfach und in meiner Nähe.

Süßwassertauchen

Im Vergleich mit anderen Arten des Tauchens gilt das Süßwassertauchen als besonders gefährlich. Aber auch als lohnend für diejenigen, die es wagen. Unbekanntes Leben, unentdeckte Seen und Objekte und wunderbare Sicht in bestimmten Bereichen sind nur einige Punkte, die das Süßwassertauchen so faszinierend machen. Es lassen sich sogar erstaunliche Sandstrände in Höhlen finden, die nur durch Unterwassertunnel unter dem See zu erreichen sind.

Zwei Faktoren tragen vor allem zur Gefährlichkeit dieser Tauchart bei: Höhe und Temperatur. Das Höhentauchen tritt dann auf, wenn die Oberfläche eines Sees höher als 300 Meter über dem Meeresspiegel liegt. In diesem Fall müssen Taucher die Regeln der „Höhentauchdekompression“ befolgen oder sie stehen vor den Risiken einer möglichen DCS, die gemeinhin als Dekompressionskrankheit bekannt ist. Mitglieder der US-Marine haben die Reaktionen des menschlichen Körpers in verschiedenen Höhenlagen erforscht. Auf der Grundlage dieser Forschung wurden allgemeine Empfehlungen für alle Höhentaucher herausgegeben. Unter anderem folgende: Warten Sie einen halben Tag (12 Stunden) nach Ankunft vor Ort, bevor Sie Ihren ersten Tauchgang unternehmen. Dafür gibt es eine einfache Erklärung. Unser Körper braucht ungefähr 12 Stunden, um sich den großen Veränderungen in der Höhe anzupassen.

Das Temperaturrisiko besteht darin, dass die Wassertemperaturen in Seen und Flüssen während des ganzen Jahres variieren. Während der Sommersaison kann die Wassertemperatur in der Nähe der Wasseroberfläche bis zu 20°C erreichen. Im Winter liegt sie jedoch bei maximal 5°C. Das macht es für Taucher riskant, die meisten Seen zu erkunden, weil Unterkühlung oder sogar Erfrierungen drohen. Der Mensch benötigt spezielle Trockentauchanzüge, um sich unter Wasser warm zu halten. Diese Tauchanzüge bieten Tauchern Wärmedämmung und halten ihre Körpertemperatur auf normalem Niveau. Eine wichtige Vorsichtsmaßnahme.

Das Tauchen im Meer erfreut sich dank der exotischen Unterwasserwelt großer Popularität, weshalb die Erkundung von Süßwasservorkommen oft unterschätzt wird. Dabei ist es eine ganz besondere Erfahrung. Einige der bekanntesten Süßwassertauchplätze bieten bis zu 99 Prozent klares Wasser, atemberaubende Landschaften und einzigartigen Fischarten und damit möglicherweise ausgezeichnete Aufnahmen für eine wasserdichte Kamera. Da es keine großen Wellen oder starke Strömungen gibt, ist es relativ einfach, in Seen und Quellen zu tauchen. Außerdem benötigen Sie keine Zusatzgewichte, um auf den Grund des Sees zu gelangen, weil Süßwasser im Vergleich zu Salzwasser eine geringere Dichte besitzt.

Berufstaucher empfehlen jedoch beim Tauchen im See ein Tauchlicht, weil der Boden im Gegensatz zu oberen Schichten sehr schlammig sein kann und die Sicht erheblich reduziert wird. Das kann in manchen Fällen sogar zu Desorientierung der Taucher führen, weshalb sie immer wieder an die Oberfläche steigen müssen, um ihren Tank nachzufüllen. Im Gegensatz zur Anwendung in Salzwasser muss das Gerät allerdings nicht gewaschen werden, sobald Sie aus dem Wasser kommen.

Die besten Süßwassertauchplätze finden sich vor allem in Nord- und Mittelamerika, Australien, aber auch als Seen und Quellen in Europa und Afrika. Viele Leute sind davon überzeugt, dass der beste Ort für das Süßwassertauchen in den Cenoten in Mexiko liegt. Diese Tauchplätze sind natürlich entstanden und so sauber, dass es an einigen Stellen eine erstaunliche Sicht von über 50 Metern in alle Richtungen gibt. An diesem Ort schwimmen Taucher in der Regel in Vierergruppen, die von einem lizenzierten Führer geleitet werden. Es gibt auch einige Stellen, an denen Anfänger ihre Tauchfertigkeiten verbessern können. Abgesehen von den Dolinen (Sinkhöhlen) am Ufer liegt eine weitere erstaunliche dieser Höhlen in Angelita. Der Ort ist in seiner Art wirklich phänomenal. 30 Meter unter Wasser sehen Sie Bäume und Baumwurzeln wie von einem anderen Planeten. Ein ungewöhnliches Ereignis geschieht auch an der Grenze von 100 Metern. Bis dorthin herrscht eine sehr gute Sicht beim Abstieg, aber wenn man diese Grenze überschreitet, ändert das Wasser seine Farbe, die Sicht nimmt ab, und eine seltsame Wolke erscheint, die in Richtung Boden weist. Dieses Phänomen ist leicht zu erklären. Die Wolke ist eine Schicht aus Schwefelwasserstoff, die als Trennung von Frisch- und Salzwasser dient. Sie ist einer der Gründe, warum Sie ein Zertifikat für fortgeschrittenes Tauchen benötigen und mindestens 20 Tauchgänge absolviert haben sollten, wenn Sie sich in diese Bereiche vorwagen.

Mexikos Dolinen verstecken aber auch noch weitere interessante Anblicke. Dos Ojos ist ein Unterwasserhöhlensystem mit einer bekannten Länge von mehr als 60 Kilometern. Noch immer erforschen Wissenschaftler diese Höhlen, da sie nur durch eine 115 Meter lange Tunnelpassage zu erreichen sind, was ihre Erkundung erschwert. Süßwassergarnelen, Fischarten, Fledermaushöhlen und eine unglaublich schöne Landschaft machen Dos Ojos („Zwei Augen“) zu einem der schönsten Orte auf der Erde.

Auch andere Länder bieten einige nennenswerte Ziele für Süßwassertaucher. Nord Floridas Springs in den USA ist ein erstaunlicher Ort, der allen Tauchern zugänglich ist, egal ob Anfänger oder Profis. Lake Ouachita in Arkansas lockt Taucher mit klarem Wasser und einer märchenhaften Unterwasserwelt ebenso wie der Oregon Clear Lake. Kanadas 1000 Inseln sind sicherlich ein einzigartiger Tauchplatz, einer der besten der Welt. Intakte Schiffswracks, 4000 Kilometer Seewegsystem (die längste Wasserstraße der Welt), atemberaubende Inseln etc. Was Ihnen jedoch wirklich den Atem verschlagen wird, ist ein Unterwasserdorf mit Kanalsystem, Bürgersteigen, Häusern und sogar einem Kraftwerk. In Europa verstecken hingegen die Alpen viele Seen mit verlorenen Dingen aus dem Zweiten Weltkrieg. Vor allem in Österreich und der Schweiz.

Es gibt noch viele Orte zu erkunden, die von Menschenhand unberührt sind. Die Oberfläche unseres Planeten besteht hauptsächlich aus Wasser, und das bedeutet, dass wir vieles noch nicht entdeckt haben. Es liegt an zukünftigen Tauchern, Wissenschaftlern dabei zu helfen, neue Tierarten, Pflanzen und Organismen aufzuspüren. Vielleicht entdecken wir in den Seen und Ozeanen eines Tages etwas, das uns hilft, unseren Planeten zu einem besseren Platz zu machen.

Bildrechte