Tauchlehrer werden

Mit Spaß geht die Arbeit leichter von der Hand.

Als Tauchlehrer haben Sie jede Menge Spaß und deshalb wahrscheinlich einen der besten Berufe, die es gibt. Stellen Sie sich vor, wie Sie die Unterwasserwelt mit all ihrer Schönheit erkunden, während der Rest der Welt in einem Büro oder einer anderen stumpfen Umgebung schuftet. So ungern es die Menschen zugeben, manchmal träumt doch jeder davon, seine Arbeit zu verlassen und auf Tauchgang zu gehen.

Doch Tauchlehrer wird man nicht über Nacht. Es ist ein Prozess, der ausgezeichnete Tauchfertigkeiten sowie gute soziale Fähigkeiten verlangt. Schließlich müssen Tauchlehrer mit Menschen arbeiten, und niemand möchte die ganze Zeit einen stummen und griesgrämigen Lehrer vor sich haben.

Schlechte Taucher werden wahrscheinlich gar nicht erst auf die Idee kommen, sich als Tauchlehrer ausbilden zu lassen. Der erste und wohl wichtigste Schritt besteht jedoch immer darin, die Zulassung als Lehrer zu erhalten, also ein zertifizierter Taucher zu werden. Wie man eine C-Karte (Certification-Card) erhält, wurde ja bereits erläutert. Der Unterricht, den alle Absolventen dafür durchlaufen, sollte sehr ernst genommen werden, da die Vermittlung dieser Inhalte irgendwann selbst übernommen wird.

Doch auch zertifizierten Tauchern wird angeraten, nicht sofort als Lehrer zu arbeiten. Nachdem sie ihre C-Karten erhalten haben, sollten sie sich die Zeit nehmen, das Tauchen so viel wie möglich zu üben und Erfahrungen zu sammeln. Auf diese Weise lernen sie, selbstständig mit ihrer Tauchausrüstung umzugehen sowie die Unterwasserwelt besser kennen und wie man mit anderen Arten in diesem einzigartigen Ökosystem angemessen umgeht. Solche Kenntnisse werden besser durch persönliche Erfahrung erworben, anstatt aus einem Buch oder durch zweite Hand.

Nachdem die Taucher dann davon überzeugt sind, endlich genügend Wissen gesammelt zu haben, um ein guter Lehrer zu sein, können sie sich an den nächsten Schritt wagen. Dieser besteht in der Kontaktaufnahme mit der PADI (Professional Association of Diving Instructors), um ihre Open-Water-Scuba-Instructor-Ausbildung (OWSI) zu absolvieren.

Taucher, die durch diese Ausbildung gehen, müssen fünf Tauchgänge durchführen. Zwei sind obligatorisch (Tieftauchen und Navigation), während die anderen drei von den Tauchern selbst gewählt werden. Obwohl sie die Tauchgänge selbst auswählen und dabei ihr Können zeigen müssen, werden die Absolventen nicht sich selbst überlassen. Ihre Lehrer werden ihnen mit so viel Führung wie möglich zur Seite stehen, damit sie ihre Tauchgänge erfolgreich abschließen.

Wenn diese fünf Tauchgänge absolviert worden, sollten die Taucher an einem Rettungskurs teilnehmen. In diesem Kurs werden sie einige sehr wichtige Lektionen darüber lernen, wie man mit anderen Tauchern interagiert. Es werden Themen behandelt wie Stressbewältigung für Mittaucher, Selbstrettung, Rettung anderer Taucher usw. Die Lehren aus dem Erste-Hilfe-Kurs und das Wissen um den Umgang mit Verletzungen sind nicht nur beim Tauchen vorteilhaft, sondern helfen auch im Alltag. Die Kenntnis dieser Grundlagen machen zukünftige Tauchlehrer erst zu guten Partnern beim Tauchen. Die erforderlichen und in diesem Training erworbenen Fähigkeiten müssen in einem Freiwassertauchgang bewiesen werden, bei dem ein Vorfall inszeniert wird.

Nach Abschluss des Rettungstrainings werden die Taucher dazu angehalten, ihre neuen Fähigkeiten so viel wie möglich zu üben. Übung macht schließlich den Meister, und erst wenn diese Kenntnisse verinnerlicht worden sind, wissen Taucher genau, was zu tun ist, wenn während eines Tauchgangs etwas schief geht.

In der Liste der zu absolvierenden Kurse folgt nun der Dive-Master-Kurs. Er dauert in der Regel etwa 10 Tage und umfasst mindestens 40 Tauchgänge, um als bestanden zu gelten. Wenn dieser Kurs endet, soll der Taucher insgesamt mindestens 60 Tauchgänge durchgeführt haben. Dieser Kurs vermittelt auch die Grundlagen dessen, was für die zukünftigen Tauchlehrer nützlich ist, sowie viele neue Techniken, die bis dahin noch nicht erlernt worden sind. Ein erfolgreicher Abschluss bedeutet, dass der Taucher nun sowohl für das Assistant-Instructor- als auch das Open-Water-Instructor-Zertifikat qualifiziert ist. Allerdings müssen mindestens 6 Monate dazwischen liegen.

Der IDC (Instructor Development Course) ist der letzte Kurs der spannenden Reise auf dem Weg zum Tauchlehrer. Er dauert etwa drei Wochen und besteht aus Schulungen und Prüfungen. Allerdings bedeutet der Abschluss dieses Kurses nicht, dass der Taucher sofort den Titel „Open Water Instructor“ erhält. Zunächst muss er die IE (Instructor Examination) bestehen.

Die IE dauert zwei Tage und ist in mehreren Phasen zu absolvieren. Sie beginnt mit einer theoretischen Prüfung zum Thema Tauchen, gefolgt von einer Theorieprüfung über Standards und Verfahren. Nach diesen Prüfungen müssen die Taucher eine Präsentation vorbereiten. Diese findet zu Teilen auch im Wasser statt, da die Taucher ihre Fähigkeiten in einem geschlossenen Gewässer und zweimal im Meer demonstrieren sollen. Sie müssen auch eine Meerrettung durchführen, die ebenfalls bewertet wird.

Sind all diese Phasen erfolgreich bestanden, erhält der Taucher die Zertifizierung und darf sich von diesem Moment an Open-Water-Scuba-Instructor (OWSI) nennen.

Zertifizierte Tauchlehrer können nun auch Unterricht für andere Menschen geben, die das Tauchen erlernen oder selbst zertifizierte Tauchlehrer werden wollen. Sie werden den ersten Schritt auf dem Weg zum Lehrer immer und immer wieder erleben, nun allerdings auf der anderen Seite – als Ausbilder.

Dabei sollten sie sich daran erinnern, wie sie sich selbst gefühlt haben, als sie die neuen Kenntnisse erworben haben und möglicherweise noch Schwierigkeiten bei so manchem Thema hatten.

Auch wenn sie das Tauchen mittlerweile beherrschen, sollten sie nicht vergessen, dass auch bei ihnen nicht alles gleich von Anfang an geklappt hat. Dieses Erinnern verhilft zu mehr Mitgefühl mit den Studenten. Vor allem an Tagen, an denen sie das Gefühl haben, die Karriere als Tauchlehrer sei zur Routine geworden, anstatt ein spannender Teil ihres Lebens zu sein.