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Höhlentauchen

Manche tun es für den Nervenkitzel. Sie wollen der Erste sein, der einen bestimmten Ort erreicht. Andere hingegen wollen eine Fauna erkunden und erleben, die es anderswo nicht gibt.

Was auch immer die Gründe für Unterwasserhöhlentauchen sind, in einer Sache sind sich die Taucher einig: Es ist ein einzigartiges Abenteuer und möglicherweise eines der aufregendsten Dinge, die sie je in ihrem Leben getan haben.

Als wären sie süchtig, bringt der Adrenalinkick sie dazu, immer wieder in Höhlen hinabzutauchen, obwohl das Unterwasserhöhlentauchen mit einem hohen Risiko verbunden ist. Es ist eine sehr ernste Angelegenheit, und das Wissen um gewisse Regeln muss verinnerlicht sein, bevor man beschließt, es zum ersten Mal auszuprobieren.

Höhlentauchen ist in den USA in den 70er Jahren populär geworden. In dieser Zeit gab es auch mehr als 100 tragische Unfälle, da die Taucher beim Höhlentauchen weder ausgebildet noch erfahren waren. Diese Statistik hat die meisten Tauchorganisationen alarmiert, weshalb sie Ausbildungsprogramme und -zertifizierungen entwickelten, um sicherzustellen, dass die Zahl der Unfalltoten sinkt. Viele der Sicherheitsregeln, die Höhlentaucher auch heute noch befolgen, wurden in dieser Zeit aufgestellt.

Es gilt als ungeschriebenes Gesetz, dass Taucher nichts unternehmen sollten, für das sie nicht ausgebildet wurden. Das gilt besonders für das Höhlentauchen. Tödliche Unfälle passieren sehr häufig nur deshalb, weil nur etwa 1 Prozent der Taucher über eine fundierte Ausbildung verfügen, um diese Tätigkeit auszuüben. Taucher, die am Höhlentauchen interessiert sind, sollten daher nicht nur eine Ausbildung dafür erhalten, sondern sich auch an das halten, was sie dabei erlernen. Leider passiert es immer wieder, dass Taucher Tiefen erforschen wollen, für die sie nicht trainiert sind. Das ist der Hauptgrund für eine hohe Anzahl von Unfällen.

Welche Art von Ausrüstung beim Höhlentauchen verwendet wird, ist abhängig von den Bedingungen in der Höhle. Die Ausrüstung reicht von einem einfachen Tauchgerät bis zu komplexen Konfigurationen. Diese können sehr schwer sein, also ist es für Sporttaucher wichtig, in bester körperlicher Verfassung zu sein. Eines der wichtigsten Elemente der Ausrüstung sind wahrscheinlich die vielen Meter Seil und Pfeile, die dem Höhlentaucher helfen, seinen Weg aus der Höhle zu finden, sobald er sie erkundet hat. Die Sicht kann in Höhlen von gut bis sehr schlecht variieren. Daher ist die Leuchte während der Erkundung dieses einzigartigen Ortes der beste Freund eines Tauchers. Sie ist allerdings auch der Teil der Ausrüstung, der die Taucher oft genug immer genau dann im Stich gelassen hat, wenn dieser ihn am dringendsten benötigt hätte. Auch wenn die heutigen Modelle besser sind als jene, die in der Vergangenheit verwandt wurden. Deshalb ist es für Taucher enorm wichtig, drei Lichtquellen bei sich zu haben: eine primäre und zwei Ersatzleuchten. Jede dieser Lampen allein sollte (theoretisch) für die Länge der Zeit des geplanten Tauchgangs funktionieren.

Geschulte Höhlentaucher sind außerdem mit der „Drittel-Regel“ vertraut, von der viele Sporttaucher jedoch noch nie gehört haben. Auch das trägt dazu bei, dass es immer wieder Unfalltote gibt. Die Drittel-Regel bedeutet, dass Taucher Zweidrittel des ursprünglichen Gasvolumens zum Verlassen der Höhle nutzen. Es ist ja auch logisch, dass Taucher über zu wenig Gas verfügen, um wieder an die Oberfläche zu schwimmen, wenn sie bereits eine Hälfte oder mehr während das Eindringens in die Höhle verwenden. Viele Taucher scheinen dies allerdings zu vergessen und nicht auf ihre Gasreserven zu achten, worauf sie leicht auf Abwege geraten können.

Um eine bestimmte Stelle in einer Höhle schneller zu erreichen und nicht zu viel von ihren Gasreserven zu vergeuden, benutzen viele Taucher Diver Propulsion Vehicles (DVP), besser bekannt als „Roller“. Obwohl diese Roller sehr nützlich sein können, besitzen sie auch einige Nachteile. Die Sicht in solchen Käfigen ist eingeschränkt, daher sind sie unter Umständen schwer zu bedienen. Die Taucher verpassen außerdem viele einzigartige Unterwasserarten, während sie mit einem schnellen Roller unterwegs sind. Wenn die Taucher gut ausgebildet sind und die besonderen Bedingungen einer Unterwasserhöhle nicht vergessen, wird das Tauchen an solchen Plätzen jedoch ein besonderes Erlebnis werden.

Die folgende Liste zählt einige der berühmtesten Unterwasserhöhlensysteme der Welt auf.

Mittel- und Nord Florida

Florida kann stolz auf die wahrscheinlich größte Anzahl Höhlentaucher sein, die sich dieser Aktivität widmen. Kein Wunder, denn das längste Höhlensystem der USA liegt in Florida. Leon Sinks erstreckt sich über zwei Bezirke (Leon und Wakulla) und besteht aus mehreren Senken und Quellen, die miteinander verbunden sind.

Australien

Tank Cave ist das längste Höhlensystem in Australien. Da es eines der komplexesten ist, gab es bereits viele Unfälle, einige davon mit tragischem Ende. Aus diesem Grund darf auch nicht jeder die Höhlen betreten. Taucher benötigen dafür ein CDAA-Level (erweitertes Höhlen-Level), um dieses System zu erkunden.

Sardinien, Italien

Taucher erreichen das Unterwasserhöhlensystem in Sardinien in der Regel auf dem Seeweg, mit der Stadt Cala Gonone als Ausgangspunkt. Es gibt verschiedene Wasserhöhlensysteme, die von dort aus erreichbar sind, aber das längste von ihnen ist Bue Marino. Andere Höhlensysteme unterscheiden sich in Länge und Tiefe.

Grand Bahama Island

Das Grand-Bahama-Island-Höhlensystem ist eines der größten der Welt. Es liegt im Lucayan Nationalpark und verfügt über viele einzigartige Eigenschaften. Taucher dürfen diese Höhlen jedoch ebenfalls nicht allein erkunden, da das Tauchen nur in gesonderten Bereichen erlaubt ist.

Halbinsel Yucatan

Mexikos Ox Bel Ha (aus der Maya-Sprache, es bedeutet „drei Wege des Wassers“) ist das weltweit längste erforschte Unterwasserhöhlensystem. Interessant daran ist, dass ein Teil der Höhlen nicht nur unter Wasser, sondern auch über Wasser liegt.

Schönheit liegt natürlich immer im Auge des Betrachters. Taucher müssen nicht unbedingt ganze Höhlensysteme erforschen, um die Taucherfahrung als solche mehr zu schätzen. Selbst eine einzige Höhle ohne bewundernswerte Tiefe kann ein Ort mit einzigartigen Eigenschaften sein, der die Taucher begeistert – selbst die erfahrenen.

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